Limited - Steuer, Recht und Rechnungswesen

Limited-GmbH Limited-Recht Limited-Rechnungswesen Limited-Steuer

Hier erhalten Sie nützliche Informationen zu Recht, Rechnungswesen und Steuer einer Limited in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis - Limited

Die Limited in Deutschland

Limited oder lieber eine (Mini) GmbH bzw. UG gründen? Die Wahl der Rechtsformist eine wichtige Entscheidung für Existenzgründer. Entscheidungskriterien sind dabei insbesondere

  • Haftungsrecht
  • Rechnungswesen sowie
  • Steuern.

Auf Grund der Haftungsbeschränkung ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) eine beliebte Rechtsform in Deutschland. Allerdings war für viele Existenzgründer das erforderliche Stammkapital i. H. v. 25.000 Euro ein Hindernis. Wobei es schon möglich war, nur die Hälfte des Stammkapitals, also 12.500 Euro, einzuzahlen. Inzwischen hat der Gesetzgeber das Hindernis der Mindesteinlage durch die Einführung der Unternehmergesellschaft (UG oder auch Mini-GmbH) beseitigt, in dem er das Mindestkapital auf einen Euro herabgesetzt hat. Ob das sinnvoll war, wird sich in der Praxis beweisen müssen. Bitte beachten Sie: Das Insolvenzrisiko ist durch das niedrige Eigenkapital nicht zu unterschätzen. Ursprünglich wollte der Gesetzgeber das Mindestkapital von 25.000 Euro sogar noch herauf setzen, weil die meisten Existenzgründungen am mangelndem Eigenkapital scheitern. Dann bekam die GmbH Konkurrenz von der Limited (Ltd.) und der Gesetzgeber musste sich beugen. Hier muss klar betont werden, dass die Haftungsbeschränkung nicht dafür da ist, um Gläubiger zu schädigen. Die Rechtsordnung sieht sowohl bei der Limited als auch bei der (Mini) GmbH (UG) eine persönliche Haftung der Geschäftsführer bei Insolvenzverschleppung vor.

Die Rechtsformwahl war lange Zeit auf die vom deutschen Gesellschaftsrecht vorgesehenen Rechtsformen begrenzt. Durch die Rechtsprechung des EuGH wurde die private company limited by shares (Limited oder auch kurz Ltd.) als Rechtsform in Deutschland anerkannt. Die Limited ist eine haftungsbeschränkte Gesellschaft englischen Rechts ohne Mindestkapitalerfordernis deren Gründung schneller und preisgünstiger als bei der GmbH von statten geht. Gegenüber der UG sind diese Vorteile allerdings nicht mehr relevant.

In Anbetracht das diese Vorteile der Limited nicht mehr relevant sind, rücken andere Entscheidungskriterien in den Vordergrund, nämlich die des Rechnungswesens und der Steuer. Diesen Kriterien kommt eine erhebliche Bedeutung zu, da sie zu wiederkehrenden Kosten bei der Limited führen.

 

Die Besteuerung der Limited in Deutschland

 

 

Die Limited ist eine Körperschaft und unterliegt daher der Körperschaftsteuer. Die Besteuerung der Limited in Deutschland kennt 2 Fälle:

  • Die Limited ist unbeschränkt steuerpflichtig bzw.

  • beschränkt steuerpflichtig.

Juristische Person i. S. d. § 1 (1) Nr. 1 - 6 KStG sind gemäß § 1 (1) KStG unbeschränkt steuerpflichtig wenn sich ihr

  • statuarischer Sitz i. S. d. § 11 AO oder

  • der Ort ihrer Geschäftsleitung i. S. d. § 10 AO im Inland,

befindet.

Demgegenüber erfordert die Begründung der beschränkten Steuerpflicht i. S. d. § 2 Nr. 1 KStG das nur inländische Einkünfte i. S. d. § 49 EStG (Territorialprinzip). Da sich der Sitz der Limited stets in Großbritannien befindet, kann darüber keine unbeschränkte Steuerpflicht im Inland begründet werden. Die unbeschränkte Steuerpflicht der Limited kann nur aus dem Ort der Geschäftsleitung i. S. d. § 10 AO im Inland resultieren. Die Limited ist dann in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und muss somit ihr Welteinkommen i. S. d. § 1 (2) KStG versteuern. Wenn der Ort der Geschäftsleitung nicht in Deutschland liegt kommt nur eine beschränkte Steuerpflicht mit den inländischen Einkünften in Betracht.

Sofern die Limited weder unbeschränkt steuerpflichtig ist und auch keine deutschen Einkünfte vorliegen, ist die Limited nicht in Deutschland steuerpflichtig.

Der körperschaftsteuerliche Gewinn der Limited ist gemäß § 7 (1) und (2) KStG, sowie § 8 (1) KStG i. V. § 10 d (2) EStG sowie unter Beachtung der Bestimmungen der §§ 8 - 10 KStG zu ermitteln. Das steuerpflichtige Einkommen ist gemäß § 23 (1) KStG mit einem  proportionalen Körperschaftsteuertarif i. H. v. 15 Prozent zu versteuern (-> Körperschaftsteuerrechner).

Der Gewinn unterliegt ebenfalls der Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer beträgt abhängig vom Gewerbesteuerhebesatz ca. 15%. Die Gewerbesteuer ist nicht mehr als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig (-> Gewerbesteuerrechner).

Die ertragsteuerliche Gesamtbelastung beträgt somit ca. 30%.

Die Ausschüttung des (versteuerten) Gewinns (=Dividende) unterliegt auf der Ebene der Gesellschafter der Einkommensteuer.

Die Limited unterliegt mit ihren inländischen Umsätzen ebenfalls der Umsatzsteuer und muss grundsätzlich Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben.

 top Limited-Steuer

Die Besteuerung der Gesellschafter einer Limited in Deutschland

Sofern die Gesellschafter einer Limited unbeschränkt steuerpflichtig sind, werden sämtliche Einkünfte (§ 2 (1) EStG) in Deutschland besteuert, also auch die Dividenden der Limited. Die unbeschränkte Steuerpflicht ergibt sich aus § 1 (1) S. 1 EStG durch einen inländischen Wohnsitzes i. S. d. § 8 AO oder durch den gewöhnlichen Aufenthalt i. S. d. § 9 AO. Da es sich bei den Anteilseignern der Gesellschaften zumeist um Steuerinländer handelt, ist das Bestehen einer unbeschränkten Steuerpflicht auf Grund des Wohnsitzes anzunehmen.

Dividenden der Limited sind Einkünfte aus Kapitalvermögen gemäß § 2 (1) S. 1 Nr. 5 EStG i. V. m § 20 (1) Nr. 1 EStG. Diese sind unter Anwendung der Abgeltungssteuer im Zeitpunkt ihres Zuflusses zu versteuern. Zu beachten ist, dass Werbungskosten in Zusammenhang mit den Dividenden steuerlich nicht abzugsfähig sind.

Wird die die Beteiligung an der Limited im Betriebsvermögen gehalten, so handelt es sich bei den Einkünften um Einkünfte aus Gewerbebetrieb i. S. d. § 15 (1) S. 1 Nr. 1 EStG.

Sofern der Anteilseigner der Limited wiederum eine juristische Person (z.B. Kapitalgesellschaft) mit Sitz i. S. d. § 11 AO oder Geschäftsleitung i. S. d. § 10 AO im Inland ist, ist diese Gesellschaft mit ihrem Welteinkommen gemäß § 1 (2) KStG unbeschränkt steuerpflichtig. Dividenden sind jedoch gemäß § 8 b (1) S. 1 KStG körperschaftsteuerbefreit. Damit wird eine Doppelbesteuerung auf Ebene der Kapitalgesellschaften vermieden. 

top Limited-Steuer

 

Die Besteuerung der Limited in Großbritannien

Die Limited unterliegt als englische Kapitalgesellschaft und damit als juristische Personin in Großbritannien der corporation tax. Die Limited ist unbeschränkt (körperschaft-) steuerpflichtig, wenn sie in Großbritannien ansässig (resident) ist. Ansässig sind Kapitalgesellschaften, die in Großbritannien gegründet wurden. Da sich der Sitz der Limited stets in Großbritannien befindet, ist sie in Großbritannien unbeschränkt steuerpflichtig. Sie unterliegt mit ihrem Welteinkommen der britischen Körperschaftsteuer.

Das Welteinkommen der Limited umfasst ausnahmslos alle Einkünfte (income profits) inklusive Veräußerungsgewinne (chargeable capital gains). Die Bestimmung und Ermittlung der Einkünfte orientiert sich an einem Schedulensystem. Die verschiedenen Schedulen und die von ihnen erfassten Cases unterliegen individuellen Gewinnermittlungsvorschriften. Unterschiede gibt es z.B. hinsichtlich der Verlustverrechnung und der Abzugsfähigkeit von Aufwendungen. Wenn es sich bei der Limited um eine gewerbliche Unternehmung handelt, erzielt sie dementsprechend Einkünfte aus Gewerbebetrieb (income from trade).

Die Ermittlung des gewerblichen Gewinns der Limited erfolgt - wie in Deutschland - anhand eines Betriebsvermögensvergleichs. Die Gewinnermittlung erfolgt durch den nach englischen Rechnungslegungsvorschriften erstellten Jahresabschluss.. Das Jahresergebnis muss dann für die Besteuerung noch anhand einer gesonderten steuerlichen Berechnung (tax computation) angepasst werden:

  1. Zunächst werden alle Einkünfte aus dem Gewinn heraus gerechnet, die einer anderen (spezielleren) Schedule bzw. Case (Einkunftsart) zugeordnet werden, wie bspw. Mieterträge.

  2.  Dann müssen noch die steuerlich zulässigen Betriebsausgaben (business expenses) ermittelt werden. Abzugsfähig sind nur die Aufwendungen, die ausschließlich durch die gewerblichen Einkünfte verursacht sind. Die im Jahresabschluss vorgenommenen Abschreibungen sind auf Grund des Sondergesetzes über steuerliche Abschreibungen (Capital Allowances Act) zu korrigieren.

  3. Der Gewinn aus Gewerbebetrieb ist mit gewerblichen Verlusten vorangegangener Wirtschaftsjahre zu verrechnen.

  4. Die Einkünfte aus Gewerbebetrieb sind danach mit den Einkünften anderer Schedulen zusammen zu rechnen.

Das so ermittelte Einkommen der Limited ist dann der corporation tax zu unterwerfen. Der Körperschaftsteuertarif ist progressiv ausgestaltet:

  • Gewinn von 0 – 300.000 £ = 21% Steuersatz

  • Gewinn zwischen 300.000 £ und 1.500.000 £ = 21 - 28%

  • Gewinn ab 1.500.000 £ = 28% Steuersatz

Das Steuerjahr beginnt am 1. April und endet am 31. März des darauf folgenden Jahres.

top Limited-Steuer

 

Die Besteuerung der Gesellschafter einer Limited in GB

Gewinnausschüttungen (Dividenden) einer Limited an Ihre Gesellschafter stellen Kapitalerträge dar. Diese unterliegen weder bei natürlichen noch juristischen Personen der Besteuerung durch den britischen Fiskus. Die Einkommensbesteuerung auf Ebene der Gesellschafter einer Limited erfolgt in Deutschland.

top Limited-Steuer

 

Die Aufteilung des Besteuerungsrechtes im DBA BRD/GB

Sofern sich die Geschäftsleitung der Limited in Deutschland befindet, ist die Limited sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien unbeschränkt (körperschaft-) steuerpflichtig ist. Die daraus resultierende juristische Doppelbesteuerung gilt es durch Anwendung des Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Großbritannien zu vermeiden. Gemäß § 2 AO gehen DBA als völkerrechtliche Verträge dem nationalen Steuerrecht vor.

Die Limited ist wegen der Geschäftsleitung sowohl in Deutschland als auch wegen ihres Sitzes in Großbritannien ansässig. Insofern ist zu entscheiden, in welchem Staat die Limited für die Anwendung des DBA als ansässig gilt. Dies wurde in Art. 2 (1) (h) (iii) DBA BRD/GB durch die sogenannte tie-breaker-clause geregelt. Demgemäß ist die Limited in dem Staat ansässig, in dem sich der Ort ihrer tatsächlichen Geschäftsleitung befindet. In der Regel wird die Limited daher im Sinne des DBA in Deutschland ansässig sein.

Welcher Staat das Einkommen der Limited versteuern darf, richtet sich nach dem Verteilungsartikel im DBA BRD/GB. Art. 3 DBA BRD/GB regelt das Besteuerungsrecht für gewerbliche Unternehmensgewinne. Demnach sind die gewerblichen Gewinne eines Unternehmens im Ansässigkeitsstaat zu besteuern. Da die Limited im Sinne des DBA in Deutschland ansässig ist, sind diese Einkünfte in Deutschland zu versteuern. Eine Ausnahme besteht, wenn das Unternehmen die Einkünfte durch eine im anderen Staat belegene Betriebsstätte erzielt. In diesem Fall wird dann dem anderen Staat das Besteuerungsrecht zugewiesen.

top Limited-Steuer

 

Das könnte Sie auch im Zusammenhang mit einer Ltd interessieren:

top Limited-Deutschland

Share

Buchhaltungssoftware
MS-Buchhalter
MS Buchhalter downloaden und kaufen
EÜR oder Bilanz Version
jetzt bestellen

Hilfreiche Steuerrechner
weitere Steuerrechner auf
steuerrechner24.de

steuer.org